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Neuer Verteidigungsminister: Sozialismus des XXI. Jahrhunderts ist der Weg des neuen militärischen Denkens

In einer feierlichen Zeremonie, an der auch Venezuelas Präsident Hugo Chávez teilnahm, hat der scheidende Verteidigungsminister Venezuelas, General Raúl Baduel, sein Amt an seinen Nachfolger, General Gustavo Reyes Rangel Briceño übergeben. Dabei betonte beide hohen Offiziere die Bedeutung des von der venezolanischen Regierung angestrebten Sozialismus des XXI. Jahrhunderts für die Bolivarischen Streitkräfte.

Rangel Briceño hob in seiner Ansprache hervor, der Sozialismus des XXI. Jahrhunderts zeige den Weg des neuen Denkens der venezolanischen Streitkräfte. Der neue Minister sagte: „Wenn die Zeit von Ideen, von Bestrebungen gekommen ist, sind sie unaufhaltsam. Das ist die Macht der Ideen.“

Es sei notwendig, so der Minister, Anstrengungen für mehr allgemeinen sozialen Wohlstand zu unternehmen, die Stärkung der nationalen Einheit fortzusetzen sowie die militärische und Marine-Industrie zugunsten der nationalen Entwicklung weiterzuentwickeln und das neue Denken des venezolanischen Militärs zu festigen.

Der Sozialismus des XXI. Jahrhunderts könne so zusammengefasst werden, dass das Banner, das dem Befreier Simón Bolívar in Santa Marta am 17. Dezember 1830 den Händen glitt, wieder erhoben wird.

Zuvor hatte der scheidende Minister Baduel zum Aufbau eines zutiefst demokratischen Modells eines venezolanischen Sozialismus aufgerufen. Es sei dringend, für den Aufbau des Sozialismus des XXI. Jahrhunderts ein neues, eigenes und autochthones Theoriemodell entsprechend des historischen, sozialen, kulturellen und politischen Zusammenhangs des Landes zu entwickeln. Der General unterstrich, der Sozialismus des XXI. Jahrhunderts müsse „erfunden“ werden, „aber nicht auf ungeordneten und chaotische Weise und ohne uns auf die Werkzeuge und Bezugspunkte zu besinnen, die uns die Wissenschaft gibt: wir müssen uns eigenen Modell mit Logik, mit Methode, mit Ordnung, letztlich mit Wissenschaft entwickeln.“

Man müsse zugeben, so Baduel, dass dieses theoretische Modell bislang weder existiert noch formuliert worden ist. Solange dies so sei, werden die Zweifel von einigen der sozialen Gruppen Venezuelas anhalten, meinte der General, der dann Marx zitierte: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ und unterstrich: „Damit das sozialistische Modell, das wir uns vornehmen, Erfolg hat, muss es Wege finden, uns Venezolaner produktiver zu machen“.

„Unser sozialistisches Modell muss das Volk lehren, was es tun muss, um das zu bekommen, was es nicht hat. Es muss dem Volk zeigen, das die Dinge nicht durch Zauberkunst entstehen, sondern dass sie durch Anstrengungen und Arbeit geschaffen werden müssen“, unterstrich Baduel, der darin die wichtigste Aufgabe der gesellschaftlichen Bildung sah.

Das Volk habe den Aufruf des Präsidenten Chávez zum Aufbau des Sozialismus angenommen, aber dieser müsse wirklich venezolanisch sein, sagte der scheidende Minister. Man dürfe nicht die Fehler kopieren, die zum Scheitern einiger Länder geführt hätten, die sich diese Zukunftsvision auf die Fahne geschrieben hatten. Ausdrücklich bezog sich Baduel auf die Sowjetunion, die mit dem Anspruch angetreten sei, den Wissenschaftlichen Sozialismus anzuwenden, aber sich am Ende in einen Staatskapitalismus verwandelt habe. Das sei ein Fehler gewesen, der nicht kopiert werden dürfe: „Ein Land darf nicht den Fehler begehen, sich sozialistisch zu nennen und ein staatskapitalistischer Staat zu sein“, empfahl er.

Die politische Ordnung des venezolanischen Sozialismus müsse zutiefst demokratisch sein, sagte Baduel, der anmerkte, dass es sich damit von der marxistischen Orthodoxie entferne, die davon ausgegangen sei, dass die Demokratie mit Gewaltenteilung nur ein Instrument der bürgerlichen Herrschaft sei.

Zu Beginn der Zeremonie hatte Präsident Chávez Baduel seine Anerkennung für die Arbeit des Generals der Fallschirmspringer ausgesprochen, die dieser besonders in historischen Augenblicken des venezolanischen Prozesses geleistet habe. Er erinnerte an die mutige und entschlossene Reaktion Baduels beim Kampf um die Bewahrung der Verfassung am 12. und 13. April 2002, als unter seinem Kommando die IV. Panzerdivision von Maracay gemeinsam mit dem Volk auf der Straße zur Verteidigung der Demokratie ausrückte. Chávez erinnerte auch daran, dass Baduel auch bereits bei der Gründung der Revolutionären Bolivarischen Bewegung 200 (MBR-200) beteiligt war.

Prensa Presidencia, 18/07/2007

 

 

 

 


   

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